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Buchpreisbindung ja oder nein – diese Frage bekomme ich in den letzten Tagen immer wieder zu hören. Viele Kunden sind verunsichert, viele wissen nicht genau, was sie mit dem Thema der Buchpreisbindung anfangen sollen.

Ist die Buchpreisbindung gut oder schlecht? Was ist der Sinn der Buchpreisbindung?

Es geht nicht darum, die kleinen Buchhandlungen zu schützen. Es geht auch nicht darum, alles den Grossen zu überlassen. Ich denke, es geht mehr darum, die Vielfalt der Bücher zu bewahren. Es geht aber auch darum, dass das Buch nach wie vor ein Kulturgut ist. Buchpreisbindung hat für mich den Vorteil, dass ich weiss, dass ein Buch überall gleich viel kostet. Ein Beispiel – John Irving bringt ein neues Buch auf den Markt, dies kostete früher 36.- - dann kam der Fall der Preisbindung, dann kostete der Bestseller plötzlich 46.- Bei Erscheinen bleibt der Preis bei den 46.-, weil alle dieses Buch wollen. Erst nach rund vier Wochen wird dann das Buch mit 30% angeschrieben – man rechne.

Ein anderes Beispiel: Buchhandlungen bieten Bibliotheken bis zu 15% an – aber von welchem Preis? Meist ist es doch so, dass der Buchhändler die Preise so gestaltet, dass er immer noch genug verdienen kann – auch die Grossen.

Ein anderes Beispiel: Ex Libris bietet alle Bücher mit 30% an, man weiss schlussendlich nicht, von welchem Preis dies berechnet wird.

Und dann liebe Leserin, lieber Leser gibt es auch noch eine ganz pragmatische Seite. Haben Sie am Kiosk schon mal nachgefragt, wie viel die Schweizer-Illustrierte, der Blick, die Bernerzeitung oder sonst eine Zeitschrift kostet? Niemand fragt nach dem Preis, weil nämlich an allen Verkaufsstellen, die Zeitung oder die Zeitschrift genau gleich viel kostet. Ausser Sie haben die Zeitschrift abonniert, dann kommt es tatsächlich günstiger – auch das Buch kostet weniger,  wenn Sie bei einem Buchklub Mitglied sind.

Als Kleinstverlegerin brauche ich die kleinen Buchhandlungen, denn die Grossen haben keinen Platz für Nischenprodukte, für Produkte, die vielleicht zum Bestseller werden könnten. Und Bestseller … jeder Verleger, jeder Autor träumt von einem Bestseller und von einem finanziellen Erfolg.

Ich stimme ja am 11. März und freue mich durch die Stadt Bern zu wandern, ohne die reisserischen Plakate bei Exlibris und die Rabattorgien in andern Buchhandlungen ansehen zu müssen. Schade um das Kulturgut Buch. Und wenn sich Verleger und Buchhändler finden können, dann wird auch die Preisgestaltung in einem Rahmen sein, die keine schreierischen Rabatte mehr zulassen.

Und die Gegner möchte ich einfach fragen – Haben Sie soviel Zeit, um die Preise eines Buches zu vergleichen, damit Sie dann schlussendlich das billigste Buch in Händen haben. Amazon hin oder her – Ex Libris hin oder her … es braucht die Buchpreisbindung.

Rosmarie Bernasconi
Verlegerin und Buchhändlerin