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23. April 2017
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Blog Einfach Lesen

Elke Heidenreich - Quint Buchholz

Eine Katzengeschichte

Cover Nero CorleoneNero Corleone ist ein unerschrockener, kleiner Kater, der - nur wenige Wochen alt - bereits den kleinen Bauernhof in Italien total im Griff hat. Der Bauer versucht zwar, den zahlreichen Katzen ("Troppi gatti, troppi gatti!") auf seinem Hof Herr zu werden. Doch der clevere Nero trickst ihn jedesmal aus.

Als im Nachbarhaus Feriengäste aus Köln einziehen, gewinnt das muntere Kätzchen sofort alle Tierliebe von Isolde. Nero lässt sich nach Strich und Faden verwöhnen, auch die niedliche aber etwas doofe Katzendame Rosa lässt er am Überfluss im Schlaraffenland der deutschen Urlauber teilhaben. Isoldes Mann, Robert durchschaut zwar die Absichten Neros, hat aber keine Chance, die in die Kätzchen vernarrte Isolde zur Vernunft zu bringen.

So kommt es wie es kommen muss, am Abreisetag werden die Katzen in einen Korb gesteckt und reisen mit in den Norden, in eine neue, fremde Welt.

Die Reise bringt alle vier, Isolde, Robert, Rosa und Nero an den ihre persönlichen Grenzen. Im fernen Deutschland geht die übertriebene Tierliebe weiter, doch Nero macht Erfahrungen, die ihn schlussendlich wieder auf den heimischen Hof in Italien zurückbringen. Doch hier hat sich einiges geändert. Und Nero ist auch nicht mehr der Jüngste...

Das Buch ist ein lockerer Lesespass mit Tiefgang und sehr gut zum Vorlesen geeignet. Der Kinderbuchillustrator Buchholz trifft mit feinen Katzenbildern die Stimmung des Buches genau.

Peter Maibach (2008)


Buchinformation

Nero Corleone
Elke Heidenreich -Quint Buchholz
88 Seiten
dtv Reihe Hanser
ISBN: 3-423-62155-9

Kurt Held

Cover Rote ZoraDas Kinoplakat weckt Jugenderinnerungen. Denn die rote Zora war der unbestrittene Liebling der gesamten Schulklasse.

Wenn wir alle brav waren – und wir waren immer brav - las uns die Lehrerin aus dem Abenteuerbuch vor. Ein Buch von 1941, dessen Inhalt heute noch so aktuell ist um verfilmt zu werden, das war mir Grund genug, den Band aus dem Regal zu holen und in die wilden Welt der roten Zora einzutauchen.

Damals wie heute habe ich begeistert die spannenden Abenteuer der unerschrockenen Anführerin einer Kinderbande verschlungen. Denn Zora, ihrer roten Haare wegen als rote Zora weit herum bekannt, setzte sich gegen soziale Ungerechtigkeit zur Wehr.

In einer Küstenstadt in Kroatien sind elternlose Kinder wenig geliebt, Sie gelten als verwahrloste Herumtreiber, welche die heile Welt der Kleinstadt nur stören.

Dass sie klauen, um überhaupt überleben zu können macht die Jungen nicht gerade beliebt.

Nur dem alten Fischer Gorian gelingt es, mit den Uskoken, wie sich die Bandenmitglieder nennen, eine Beziehung aufzubauen und ihnen das zu geben, was sie am meisten suchen - ein wenig Anerkennung. So bleibt Gorian von den manchmal recht derben Streichen der Bande verschont. Als er sich seinerseits gegen die Grossfischereimafia wehren muss, helfen ihm die rote Zora und ihre Bande bei seinem Kampf.

Lesevergnügen pur und erst noch Alters- und Generationen -unabhängig. Der Stoff wurde 1979 als Fernsehserie bearbeitet und ist zudem im 2007 neu als Film in den Kinos.

Peter Maibach (2008)


Buchinformation

Die Rote Zora und ihre Bande
380 Seiten
Pathmos Verlagshaus Düsseldorf, Sauerländer
ISBN: 9783794160655

Klaus Schädelin

Buchcover Mein Name ist EugenAls im 2005 die Verfilmung des Berner Kultbuches in die Kinos kam, begann ich in den Tiefen des Büchergestells zu graben - und siehe da mein Eugen lag wieder vor mir. Die Seiten fleckig und zerlesen, weich vom vielen Umblättern, ich weiss nicht mehr, wie manches Mal ich Eugen, Eduard, Wrigley und Bäschteli auf ihrem Abenteuer begleitete. Als kleiner Bub, als Jugendlicher, bäuchlings auf dem Bett liegend und immer mit einem Vorrat an Schokolade, welche ihre Spuren auch im Buch hinterlassen hat. Der Schutzumschlag ist langst verloren gegangen, aber das macht nichts, denn 1965, als ich das Buch erhielt, schlug ich alle meine Bücher in Klarsichtfolie ein und numerierte sie. Nr. 104 steht mit krakeliger Kinderschrift auf der ersten Seite - und Fr. 9.80 hat das Buch gekostet, so steht's hinten auf dem Buchdeckel.

Für mich waren die Berner Lausbuben meine Helden. Wie sie sich gegen Eltern, Schule und die Erwachsenen ganz allgemein behaupteten hat mich und meine Freunde schwer beeindruckt. Und natürlich zu manchem Streich inspiriert.

Als meine Schulklasse eine akute  Eugen-Phase durchmachte, muss mancher erfahrene Pädagoge an der Richtigkeit seiner Berufswahl gezweifelt haben.

Das Buch ist ein Evergreen. Ich habe es ein weiteres Mal gelesen, fünfzig Jahre nach der Veröffentlichung. 1955 erschienen, begeistert es stets neue Generationen. Der Text ist frisch und witzig und temporeich. Die Handlungsorte in der Stadt sind Bestandteil von manchem Sonntagspaziergang, die Herrengasse, das Casino, das historische Museum - Eugen lebt!

Und auch die Marroni-Häuschen sehen noch heute aus wie damals. Wehe dem Marroniverkäufer, der einem wurmstichige Kastanien andreht. Das Drehbuch zur Rache steht bereits geschrieben.

Peter Maibach (2008)


Buchinformationen

200 Seiten
ISBN 978-3-290-11470-1
TVZ, Zürich

(Le petit Nicolas)

Dem kleinen Nick bin ich 1974 in London begegnet. Eigentlich sollte ich Englisch büffeln, aber kaum hatte ich das ausgeliehene, zerfledderte Bändchen "Le Petit Nicolas" - wie er im französischen Original heisst -  aufgeschlagen, hielten mich Nick und seine Freunde Alceste, Geoffrey, Eudes, Agnan, Clotaire und natürlich der strenge Pedell "Bouillon" im Bann - Englisch konnte warten.

Viele Jahre später fiel mir ein sattlicher deutscher Band "Neues vom kleinen Nick" auf. Schon beim Durchblättern packte mich das Nickfieber erneut. Schmunzelnd verfolgte ich die Streiche und die vertrackte Kinderlogik  von Nick. Nicks Familie, schien mir, ergänzte sich auf beste. Der etwas unbeholfene und irgendwie weltfremde Papa, die nervöse, überspannte Mutter und Nick, frech, schlagfertig und dennoch verletzlich, besonders wenn sein Dessert wegen Ungehorsams gestrichen wird.

Der Gegenpol zu dieser Familienidylle liefert die Schule, die sich gerne streng gibt, mit einem imposanten Direktor und einem Hilfslehrer, der in der französischen Version unübersetzbar "Le Bouillon" heisst, weil er die kleinen Lausbuben wiederholt auffordert: "Schau mir in die Augen".

Dennoch unterliegen er und auch die überforderten Lehrerinnen Nicks Klasse, die bei jeder Gelegenheit aus dem Schulalltag ausreissen und lieber Fussball spielen oder allerhand Abenteuer erleben wollen.

Die Übertragung in Deutsch von Hans Georg Lenzen ist gut gelungen und der Kindersprache angepasst, nicht dem Duden. Das rasante Tempo bei Nicks logischen Hüpfern, wenn es darum geht, sich aus einer schier ausweglosen Situation heruaszureden ist einmalig und charmant - sei es in der Originalsprache oder der Übersetzung.

Peter Maibach (2008)


Buchinformationen

Vom kleinen Nick bestehen zahlreiche Bücher und Sammelbände
Text: René Goscinny
Zeichungen: Jean-Jacques Sempé
IMAV Éditions