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(Le petit Nicolas)

Dem kleinen Nick bin ich 1974 in London begegnet. Eigentlich sollte ich Englisch büffeln, aber kaum hatte ich das ausgeliehene, zerfledderte Bändchen "Le Petit Nicolas" - wie er im französischen Original heisst -  aufgeschlagen, hielten mich Nick und seine Freunde Alceste, Geoffrey, Eudes, Agnan, Clotaire und natürlich der strenge Pedell "Bouillon" im Bann - Englisch konnte warten.

Viele Jahre später fiel mir ein sattlicher deutscher Band "Neues vom kleinen Nick" auf. Schon beim Durchblättern packte mich das Nickfieber erneut. Schmunzelnd verfolgte ich die Streiche und die vertrackte Kinderlogik  von Nick. Nicks Familie, schien mir, ergänzte sich auf beste. Der etwas unbeholfene und irgendwie weltfremde Papa, die nervöse, überspannte Mutter und Nick, frech, schlagfertig und dennoch verletzlich, besonders wenn sein Dessert wegen Ungehorsams gestrichen wird.

Der Gegenpol zu dieser Familienidylle liefert die Schule, die sich gerne streng gibt, mit einem imposanten Direktor und einem Hilfslehrer, der in der französischen Version unübersetzbar "Le Bouillon" heisst, weil er die kleinen Lausbuben wiederholt auffordert: "Schau mir in die Augen".

Dennoch unterliegen er und auch die überforderten Lehrerinnen Nicks Klasse, die bei jeder Gelegenheit aus dem Schulalltag ausreissen und lieber Fussball spielen oder allerhand Abenteuer erleben wollen.

Die Übertragung in Deutsch von Hans Georg Lenzen ist gut gelungen und der Kindersprache angepasst, nicht dem Duden. Das rasante Tempo bei Nicks logischen Hüpfern, wenn es darum geht, sich aus einer schier ausweglosen Situation heruaszureden ist einmalig und charmant - sei es in der Originalsprache oder der Übersetzung.

Peter Maibach (2008)


Buchinformationen

Vom kleinen Nick bestehen zahlreiche Bücher und Sammelbände
Text: René Goscinny
Zeichungen: Jean-Jacques Sempé
IMAV Éditions