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Klaus Schädelin

Buchcover Mein Name ist EugenAls im 2005 die Verfilmung des Berner Kultbuches in die Kinos kam, begann ich in den Tiefen des Büchergestells zu graben - und siehe da mein Eugen lag wieder vor mir. Die Seiten fleckig und zerlesen, weich vom vielen Umblättern, ich weiss nicht mehr, wie manches Mal ich Eugen, Eduard, Wrigley und Bäschteli auf ihrem Abenteuer begleitete. Als kleiner Bub, als Jugendlicher, bäuchlings auf dem Bett liegend und immer mit einem Vorrat an Schokolade, welche ihre Spuren auch im Buch hinterlassen hat. Der Schutzumschlag ist langst verloren gegangen, aber das macht nichts, denn 1965, als ich das Buch erhielt, schlug ich alle meine Bücher in Klarsichtfolie ein und numerierte sie. Nr. 104 steht mit krakeliger Kinderschrift auf der ersten Seite - und Fr. 9.80 hat das Buch gekostet, so steht's hinten auf dem Buchdeckel.

Für mich waren die Berner Lausbuben meine Helden. Wie sie sich gegen Eltern, Schule und die Erwachsenen ganz allgemein behaupteten hat mich und meine Freunde schwer beeindruckt. Und natürlich zu manchem Streich inspiriert.

Als meine Schulklasse eine akute  Eugen-Phase durchmachte, muss mancher erfahrene Pädagoge an der Richtigkeit seiner Berufswahl gezweifelt haben.

Das Buch ist ein Evergreen. Ich habe es ein weiteres Mal gelesen, fünfzig Jahre nach der Veröffentlichung. 1955 erschienen, begeistert es stets neue Generationen. Der Text ist frisch und witzig und temporeich. Die Handlungsorte in der Stadt sind Bestandteil von manchem Sonntagspaziergang, die Herrengasse, das Casino, das historische Museum - Eugen lebt!

Und auch die Marroni-Häuschen sehen noch heute aus wie damals. Wehe dem Marroniverkäufer, der einem wurmstichige Kastanien andreht. Das Drehbuch zur Rache steht bereits geschrieben.

Peter Maibach (2008)


Buchinformationen

200 Seiten
ISBN 978-3-290-11470-1
TVZ, Zürich