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Georges Simenon

Buchcover Maigret Pietr der LetteDen Pariser Kommissar lernte ich am Bahnhof in Zürich kennen. Einmal ohne Lesestoff unterwegs und schon trieb es mich zu den Drehständern mit Taschenbüchern beim Kiosk. Noch ahnte ich nicht, auf welche Goldader ich da gestossen war. Der Krimi verkürzte die Reisezeit und in Bern angekommen war ich dem Zauber Maigrets verfallen. Nach und nach verschlang ich alle 85 Maigret Romane, in denen der Kommissar mit viel Menschenkenntnis und Intuition die schweren Jungs hinter Schloss und Riegel brachte.

Diogenes legt jetzt die Maigret-Serie neu auf, in einer revidierten Übersetzung. Der erste der Romane, „Maigret und Pietr der Lette“ führt zurück in ein Paris von 1929. Die Kommunikationsmittel der Polizei scheinen verglichen mit heute vorsintflutlich, Maigret ist im Zug oder Omnibus unterwegs. Für sein Wohlbefinden, und somit seinen Scharfsinn, unentbehrlich ist ein bullernder Kanonenofen im Büro am Quai des Orfèvres und natürlich einige Biere und Sandwiches aus der nahen Brasserie Dauphine.

Pietr der Lette operiert mit seinen schmutzigen Geschäften nur in den besten Kreisen und so findet sich Maigret bald einmal als Störenfried in der Pariser Schickeria wieder. Kreuz und quer spinnt Simenon die Handlungsfäden durch Europa, ein Spinnennetz von Intrigen, Mord, Alkoholschmuggel und dunklen Finanzgeschäften, Doppelgängern, verknüpft mit Emigrantenschicksalen, schönen Frauen, unglücklichen Frauen. Wie immer entwirrt Maigret in dicke Rauchwolken aus seiner Pfeife gehüllt das Knäuel souverän.

Und endlich findet er auch wieder die Zeit, um zu Madame Maigret zurückzukehren, die der Meinung ist, dass es sich nicht lohne, die Frau eine Polizeikommissars zu sein. Denn bereits wartet der nächste Fall. Aber, bitte entschuldigen Sie, Madame Maigret, ich kann es kaum erwarten, wieder mit dem Kommissar durch das nächtliche Paris zu ziehen, immer auf den Spuren des Verbrechens.

Peter Maibach (2008)


Buchinformationen

190 Seiten
ISBN 978 3 257 86165 5
Diogenes - Verlag, Zürich