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Buchumschlag KälteschlafAlles deutet auf einen Selbstmord hin, obwohl sich niemand vorstellen kann, was Maria dazu getrieben haben könnte. Auch Karen nicht, die ahnungslos das Ferienhaus ihrer besten Freundin betritt und sie dort, an abgelegener Stelle im isländischen Pingvellir, an einem Balken hängen sieht, mit blau geschwollenem Gesicht. Auch Kommissar Erlendur sieht alle Anzeichen eines Selbstmordes gegeben. Und – „weshalb sich umbringen, wenn man ein solches Zuhause hat“, - denkt er. Als ihm aber der Mitschnitt einer Séance zugespielt wird, beginnt er zu zweifeln. Weshalb hatte sich die Frau kurz vor ihrem Tod an ein Medium gewandt? Weshalb wollte sie Kontakt mit Verstorbenen aufnehmen? Erlendur ist gegenüber spiritistischen Ansichten und Praktiken skeptisch. Aber andere sind es nicht. Maria gehörte offenbar zu den andern. Nach und nach kommt der Kommissar einem gut behüteten Familiengeheimnis auf die Spur. Und es erwachen düstere Erinnerungen aus der eigenen Kindheit. Er war mit seinem Bruder und seinem Vater unterwegs in den Bergen gewesen, als sie von einem heftigen Schneesturm überrascht wurden. Sein Bruder wurde nie mehr gefunden, Erlendur selber war dem Tod nahe. Das Erlebnis hat sein Leben für immer geprägt.

Der in Reykjavik lebende Arnaldur Indridason ist Islands erfolgreichster Krimiautor. Seine Romane wurde in vielen Sprachen übersetzt. „Kälteschlaf“ ist der achte Roman mit Kommissar Erlendur als Hautfigur. Es ist der erste, auf den ich gestossen bin, aber ich werde mir noch einige andere schnappen. „Kälteschlaf“ ist ein psychologisch dichtes Buch, leuchtet in menschliche Abgründe, beschreibt, was unerreichte Sehnsüchte vermögen und Wünsche, mehr darüber zu wissen, was nach dem Tod folgt. Der Roman ist eine Mischung aus Krimi und Familiensaga, interessant und spannend bis zum Schluss.

Teddy Buser (2010)


Buchinformation

Arnaldur Indridason
Kälteschlaf
380 Seiten, Gebundene Ausgabe
IBSN 978-3-7857-2361-6

Ausgewählte Romane in 50 Bänden in chronologischer Reihenfolge ihrer Niederschrift und in revidierten Übersetzungen

Georges Simenon, Band 1

coverhireDie Verlobung des Monsieur Hire gehört zu den Non-Maigret Romanen Simenons. Monsieur Hire lebt in der Pariser Banlieue in den  dreissiger Jahren. Er führt ein unauffälliges, einsames Leben in einer Mietkaserne. Sein Einkommen bestreitet er mit dubiosem Kleinhandel, täglich pendelt er von seiner Einzimmerwohnung zu seinem Geschäft in einem Kellerlokal. Seine einzige allabendliche Zerstreuung ist der heimliche Blick in das gegenüberliegende Zimmer, in dem das dralle Milchmädchen Alice nicht mit ihren körperlichen Reizen geizt.

In der Nähe der Mietkaserne geschieht ein Mord. Das Quartier ist in Aufruhr. Noch ist der Mörder auf freiem Fuss! Der Verdacht fällt rasch auf den Sonderling Monsieur Hire, ein Wort gibt das andere, bis die öffentliche Meinung und die der Polizei feststeht. Nur Alice und Monsieur Hire aber wissen, wer der Mörder ist.

Einmal mehr nimmt uns Simenon in eine atemraubend beklemmende Welt der Pariser Hinterhöfe mit, zeichnet ein subtiles Bild vom Leben und Hoffen der kleinen Leute in der Grossstadt.

Peter Maibach (2010)


Buchinformation

Georges Simenon: Die Verlobung des Monsieur Hire
Diogenes
176 Seiten
ISBN 978 3 257 86200 3

coverschwarzwildKriminalpolizistin Bettina Boll wird auf einen seltsamen Fund aufmerksam gemacht: im Zaun eines Wildschweingeheges eines Ausflugrestaurants wird ein Knochen gefunden, der von einem Menschen stammen könnte. Sie fühlt sich verpflichtet, den Fund genauer zu untersuchen, stösst aber bei Kollegen und der Landbevölkerung auf Spott und Misstrauen.

Fast zeitgleich wird in derselben Region eine junge Wandrerin vermisst, und tatsächlich dauert es nicht lange, bis die wildesten Spekulationen die Runde machen. Boll sieht ihre Vermutungen bestätigt und beginnt zu ermitteln, hartnäckig und subtil. Der Fall nimmt eine unerwartete Wendung und erst im letzten Moment gelingt der Kommissarin die Auflösung aller Rätsel.

Der Krimi ist mit viel psychologischem Gespür geschrieben, die Krimiautorin Monika Geier schreibt humorvoll und bösartig zugleich, so wie gute Krimis sein müssen.

Peter Maibach (2010)


Buchinformation

Monika Geier: Schwarzwild
Ariadne Krimi
320 Seiten
ISBN 978-3-86754-174-9

Cover OedipusPolizeikommissär Peter Hunkeler steht kurz vor der Pensionierung, dem Übergang in den Ruhestand sieht er mit gemischten Gefühlen entgegen. Eigentlich sollte er sich langsam aus dem Berufsleben zurückziehen und da scheint es nur logisch, dass der neue Fall, der ganz Basel beschäftigt, nicht ihm übergeben wird. Denn der provozierende Theaterdirektor Vetter, dessen Ödipus Inszenierung schockiert, bleibt unauffindbar verschwunden. Sei herrenloses Wohnschiff wurde zwar bei einem Stauwehr gefunden, handelt es sich um eine Flucht eines überspannten Genies, einen Unfall oder gar Mord?

Schneider entführt die Leser mit seinem neuen Roman ins Basler Kulturmilieu, aber auch in schummrige Hafenkneipen. Irgendwie scheinen der Raub eines Tresors und das Verschwinden einer Sambatänzerin mit dem Untertauchen des Theaterdirektors zusammen zu hängen. Hunkelers Kollegen gelingt es nicht, die richtige Spur aufzunehmen, bis es dem launigen Kommissär gelingt, kurz vor dem Ende seiner Berufskarriere den verzwickten Fall zu lösen. Neben einer spannenden Handlung verpackt Schneider in viel Basler Lokalkolorit und Philosophisches in seinen neuen Roman.

Peter Maibach (2010)


Buchinformation

 

Hunkeler und die Augen des Ödipus
Hansjörg Schneider
232 Seiten
Diogenes
ISBN 978 3 257 86198 3

evasiehtrotEva Wylie ist gross, hässlich und stark. Sie ist Catcherin, die Killerqueen von London. Eva trainiert fleissig in einem Sportclub, lebt mit ihren beiden scharfen Hunden als Nachtwächterin auf einem Schrottplatz und bereitet sich auf ihren nächsten Kampf vor. Sie ist zufrieden, wenn sie in Ruhe gelassen wird. Doch sie hält die Augen offen und beobachtet ihre Ecke von London genau: Armut, Prostitution, Junkies und Aggression beherrschen den Alltag der kleinen Leute. 

Eva hat sich in diesen einengenden Verhältnissen von der obdachlosen, bettelnden Herumtreiberin zu einer bescheidenen Existenz hochgekämpft. Doch diese vermeintliche Idylle gerät aus den Fugen, als eine Freundin von Eva von brutalen Freiern zu Tode geprügelt wird. Die Huren im Quartier sind ausser sich und beschliessen, einen Selbstverteidigungskurs zu nehmen – ausgerechnet bei Eva, die sich nur widerstrebend aus der Reserve locken lässt. Denn abgesehen von dem schwierigen Unterfangen, den Frauen etwas Mut und Selbstbewusstsein beizubringen macht sich Eva auch auf die Suche nach den Mördern.

Neben der spannenden Handlung und dem Blick in ein brutal armes Leben im sonst so noblen London fasziniert die fadengerade, unverblümte Denk- und Redeweise Evas, die gleichermassen faszinierend wie abstossend wirkt.

Peter Maibach (2010)


Buchinformation

Liza Cody
Eva sieht rot
(Eva Wylies zweiter Fall)
ariadne classic, Paperback, 280 Seiten
ISBN: 978-3-86754-007-0