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derkochKennen Sie „Churaa Varai auf Nivara-Reis mit Mintschaum“ oder „Minichapatis mit Curryblätter-Zimt-Kokosöl-Essenz“? Wenn nicht, werden Sie es in „Der Koch“ zumindest auf Papier kennen lernen. Aber wer weiss, vielleicht fühlen sie sich nach der Lektüre animiert, diese beiden Gerichte und einige andere nach zu kochen. Sie gehören nämlich zu einem „Love Menu“ mit aphrodisischen Wirkungen.

Die Hauptperson, ein tamilischer Asylbewerber namens Maravan, arbeitet als Hilfskraft auf niedrigster Stufe in einem Gourmetrestaurant. Eines Tages lädt er die Serviceangestellte Andrea zu sich nach Hause ein und bekocht sie. Er weiss nicht, dass Andrea eine Lesbe ist. Trotzdem landen sie im Bett und erleben gemeinsam die Wunder der Liebe.

Kurz darauf wird Maravan aus verschiedenen Gründen gefeuert. Das ist für ihn sehr schlimm, denn nun kann er seine Familie in Sri Lanka nicht unterstützen. Er leiht sich Geld bei einem Landsmann zu einem Wucherzins und droht in die Schuldenfalle zu stürzen.

Andrea ermuntert ihn, für Ehepaare zu kochen, welche von einer Sexualtherapeutin vermittelt werden. Der Erfolg stellt sich sofort ein. Maravans Kochkünste und deren Wirkung auf das Liebesverlangen sprechen sich herum. Bald werden Maravan und Andrea von Männern aus dem Geldadel angeheuert, die nicht mit ihren Ehefrauen anrücken. Maravan gefällt es nicht, denn er will nichts Vorschub leisten, das für ihn unanständig ist. Aber er ist auf das Geld angewiesen…

Wer Martin Suters Geschichten aus der „Businessclass“ liebt, wird auch mit „Der Koch“ nicht enttäuscht. Der Autor erzählt über schlechte Manieren, egoistische und rücksichtslose Manager und Patrons so lakonisch, als wären sie das Selbstverständlichste auf dieser Welt. Und leider sind sie das vermutlich auch.

Teddy Buser, 2010

 


Buchinformation

 

Martin Suter, Der Koch
312 Seiten, Gebundene Ausgabe
IBSN 978 3 257 06739 2
CHF 38.-