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23. April 2017
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Ingrid Noll, Kuckuckskind

Das Paar trifft sich zum Seitensprung bei ihm.

kuckuckskindDumm ist nur, dass die Chorprobe von Anja, der Gattin, ausfiel, ohne dass diese zuvor benachrichtigt werden konnte. Deshalb taucht sie viel zu früh zu Hause auf, just in dem Moment, als es auf dem Sofa bei den beiden so richtig los geht. Statt aber Zeter und Mordio zu schreien, erhitzt die Gattin kaltblütig das Teewasser, füllt es in die Kanne und leert es „vor Schreck“ über den beiden Seitenspringern aus.

So herrlich bösartig beginnt der Roman „Kuckuckskind“ von Ingrid Noll. Genau so boshaft und hinterhältig, wie man das von ihren Krimis her gewohnt ist und wie man es sich auch wünscht. Doch diesmal geht es nicht im üblichen Stil weiter. Ingrid Nolls „Kuckuckskind“ ist kein Krimi, sondern ein Roman über das Leben im süddeutschen Mittelstand. Anja ist Deutsch- und Französischlehrerin mit dem eigentlichen Lebenswunsch nach einer glücklichen Ehe, einem Haus mit Garten und zwei Kindern.

Aber das Leben verläuft oft anders als man will. Das Haus wird zwar Wirklichkeit, aber der Kinderwunsch geht leider nicht in Erfüllung. Die Ehe ist scheinbar glücklich bis zu jener Szene nach der ausgefallenen Chorprobe. Anja zieht natürlich aus und verkriecht sich in einer scheusslichen kleinen Wohnung, die sie das Rattenloch nennt. Als ihre Freundin Birgit schwanger wird, steigt in Anja der Verdacht, ihr Ex-Mann Gernot könnte der Erzeuger sein. Sie überredet Birgits Ehemann heimlich zu einem Vaterschaftstest.

Nach dem Test ist nichts mehr wie vorher. Die Geschichte wird spannend und überraschend. Und ein bisschen spielt der noll’sche Hang zu Boshaftigkeit und Intrige doch noch mit.

Teddy Buser, 2010


Buchinformation

Ingrid Noll, Kuckuckskind.
339 Seiten, Taschenbuch erschienen 2010, CHF 17.90
ISBN  978-3-257-24012-2