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Blog Einfach Lesen

sahnehaeubchenSahnehäubchen, Anne Hertz

Eigentlich ist Nina ein durch und durch netter Mensch, doch neuerdings hegt sie Mordgedanken. Der Grund ist ein amerikanischer Bestsellerautor, dessen Macho-Ratgeber »Ich kann sie alle haben«mit Hilfe von Ninas PR-Agentur in Deutschland Furore machen soll. Zugegeben: Dwaine F. Bosworthist attraktiv und durchtrainiert – aber davon abgesehen so ziemlich alles, was Nina an Männern schrecklich findet. Trotzdem muss sie mit ihm auf Lesereise gehen. Schlimmer noch: Dwaine glaubt, mit seinen Tricks bei Nina landen zu können. So fliegen schon bald die Fetzen, und der Mega-Macho erlebt eine böse Überraschung. Damit bleibt er allerdings nicht der Einzige ... Eine Geschichte mit grossem Unterhaltungswert - immer wieder wird Nina in Versuchung geführt. Will sie sich dem Macho-Tippen Dwaine untgerordnen, ja sogar anpassen - oder aber nimmt sie ihren Volontair Tom unter ihre Fittiche? Eine Turbulente Komödie, mit vielen Wirrungen und Irrungen.

Die beiden Autorinnen Anne Hertz verstehen es, die Geschichte bis zum Schluss spannend zu halten. Ich habe auch das fünfte Buch der beiden Autorinnen mit Genuss gelesen und irgendwie schaffen die beiden Autorinnen immer wieder neue Geschichten zu erfinden, so dass keines der Bücher gleich gestrickt ist.


Buchinformation

Taschenbuch, Verlag Droemer Knaur, erschienen 2010
Autorinnen Anne Hertz


vargas_marioMario Vargas Llosa, Das grüne Haus

2010 erhielt der peruanische Schriftsteller Mario Margas Llosa, geboren 1936, den Nobelpreis für Literatur zugesprochen - „für seine Analyse der Machtstrukturen mit messerscharfen Bildern“. Llosa kritisierte als Journalist, Essayist und Romancier stets die undemokratischen und korrupten links- und rechtsgerichteten Systeme. Als einer seiner wichtigsten Romane gilt „Das grüne Haus“, das im nordperuanischen Amazonasgebiet spielt. Das Buch gewährt einen tiefen Einblick in eine gemischte Gesellschaft mit niedriger Schwelle zur Gewaltbereitschaft und einer rassistischen Klassenordnung.

Llosa entwickelt fünf Hauptstränge, die zunächst scheinbar nichts miteinander zu tun haben: Die Geschichte des geraubten Indiomädchens Bonifacia, den Lebenslauf des japanischen Abenteurers Fushia, die Machenschaften der korrupten Kautschukhändler, die schillernde Figur des Bordellgründers (das grüne Haus) Don Anselmo und die Beschreibung und Charakterisierung der häufigsten Gäste des grünen Hauses.

Die Einwohner von Piura, einer peruanischen Kleinstadt, sind aufgebracht, als der Fremdling Don Anselmo plötzlich ein Bordell eröffnet, in welchem Musik, Tanz und Erotik als Gipfel der Unsittlichkeit herrschen. Eines Tages brennen sie unter der Führung des Padre Garcia das Haus nieder, machen es dem Erdboden gleich.  Verbunden mit der Geschichte des grünen Hauses ist u.a. das Leben des Indiomädchens Bonifacia, das von Glaubensschwestern aus dem schwer zugänglichen Urwald entführt worden war, um es „auf den richtigen Weg zu einem christlichen Leben und zur Zivilisation“ zu bringen.

Es ist ein kompliziertes Buch. Llosa springt von einer Geschichte zur andern, von einer Zeit zur nächsten oder zur vorherigen. Es gibt Handlungslücken, plötzliche neue Situationen, Überblendungen. Der Leser muss sich in diesem Puzzle zurecht finden. Das ist nicht einfach, aber von Lloas beabsichtigt. Es lag zur Zeit, als „Das grüne Buch“ (Erstausgabe 1965) erschien, in der Absicht des Autors, die Desorientierung, welche die Sinnsuche seiner Romanfiguren charakterisiert, auch beim Leser hervor zu rufen. Das ist ihm in „Das grüne Buch“ hervorragend gelungen. Die Leser sehen sich vor der schwierigen Aufgabe, die Übersicht über die vielfältigen Geschehnisse zu behalten.

Teddy Buser (2011)


Buchinformation

Mario Vargas Llosa, Das grüne Haus, Taschenbuch
IBSN 978-3-518-36842-8, 504 Seiten

Christa Kanitz

Die Gewürzhändler Saga

Buchumschlag Die VenezianerinDer historische Roman handelt in Hamburg um 1815. Nachdem die Franzosen ihr strenges Regime aufgeben und endlich abziehen, atmet die Hansestadt auf. Nach der schweren Zeit der Exportblockade gegenüber England kommt der Handel langsam wieder in Schwung. Die Stadt wird neu aufgebaut, vergrössert, es herrscht allgemeine Aufbruchsstimmung. Auch die renommierte Kaufmannfamilie Iserbrook  nimmt einen neuen Anlauf, um die Kriegswirren zu überwinden.

Allen voran der Familienpatriarch Justus und sein Bruder Clemens, die eng mit ihren Söhnen Moritz und Robert zusammenarbeiten um die Familientradition aufrecht erhalten. Doch stirbt der Hoffnungsträger der Familie, der in Venedig stationierte Moritz bei einem Schiffsunfall. Die Familie droht, aus einander zu driften. Clemens sucht sein Glück im Spiel, Robert  fühlt sich als ewig zweiter ins ferne Berlin abgeschoben. Da holt Justus seine Schwägerin, Silvana, die Venezianerin und ihre drei Kinder nach Hamburg, um das Familienerbe den Enkeln zu sichern.

Doch die mutige und energische Venezianerin wirbelt die verstaubten Familientraditionen und veralteten Handelsmethoden durcheinander und nimmt nach Justus Tod geschickt die Leitung der Firma in die Hand. Doch dann taucht Robert aus Berlin in Hamburg auf und macht seine Rechte am Handelshaus geltend. Liebe, Intrigen, Geld, Macht  und gerissene Frauen – alles ist in drin in diesem spannenden Roman.

Peter Maibach (2011)


Buchinformation

Christa Kanitz: Die Venezianerin - Die Gewürzhändler Saga
Bastei Lübbe, Taschenbuch 316 Seiten
ISBN 978-3-404-15790-7

Sarah Lark, Das Gold der Maori

maoriDieser hinreissende Roman führt uns in die Mitte des 19. Jahrhunderts, als die Armut in Irland den Leuten nichts anderes übrig liess, als die Grasspitzen zu essen, um überleben zu können. Weh dem, der ein paar Getreideähren stahl, um für sich und seine Familie ein wenig Mehl für ein dünnes Brot zu backen. Dem erging es wie Michael - er wurde verbannt und nach Australien, dem wenige Jahrzehnte zuvor entdeckten Kontinent auf dem südlichen Teil der Weltkugel, deportiert. Zurück blieb oft die darbende Familie oder – wie im Fall von Michael – die schwangere Geliebte Kathleen. Gegen ihren Willen musste sie einen Viehhändler heiraten und mit ihm nach Neuseeland auswandern.

Mit Hilfe von Lizzie, die in England ihr Brot aus Not als Prostituierte verdient hatte, gelang Michael die Flucht aus der Strafkolonie in Australien. Beide erreichten schliesslich auf getrennten Wegen Neuseeland, fanden aber immer wieder zusammen.  Die einfallsreiche Lizzie kam besser zurecht als Michael, musste aber auch immer Rückschläge in Kauf nehmen. Sie machte die Freundschaft mit den einheimischen Maori, lernte von ihnen ihre Sprache, ihre Weisheiten und ihre Gelassenheit. Die Liebe zwischen Michael und Lizzie wächst. Auch Lizzie wird von Michael schwanger, doch da taucht plötzlich Kathleen, die ganz grosse Liebe aus der alten Irlandzeit auf. Das Schicksal nimmt seinen Lauf…

Sarah Lark ist eine grandiose Geschichte gelungen, eine Familiensaga mit unerwarteten Schicksalswendungen, aber auch ein historisch wertvoller Roman, der von einer Zeit voller Grausamkeiten erzählt und dazu tiefe Einblicke in Brauch, Sitten und Philosophie der Maori gewährt, für die ihr Land und die Nahrung, die es ihnen gibt, wertvoller ist als alles Gold, hinter dem die Fremden aus Europa her sind.

Teddy Buser (2011)

 


 

Buchinformation

Sarah Lark,Das Gold der Maori
Taschenbuch
IBSN 978-3-7857-6024-6
749 Seiten