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Arto Paasilinna - Der liebe Gott macht blau

gott_machtEs muss jemand schon die groteske Idee haben, der liebe Gott sei abgespannt und müde und brauche unbedingt eine Auszeit von einem Jahr. Als wäre Gott ein Mensch oder wie ein Mensch. Arto Paasilinna, einer der populärsten Schriftsteller Finnlands hatte sie, diese Idee, und schrieb ein Buch darüber, wie das wäre, wenn...

Wenn also Gott eine Auszeit nimmt, dann muss ja jemand anderes während dieser Zeit seine Aufgaben übernehmen und schauen, dass auf der Welt alles seinen einigermassen richtigen Lauf nimmt. Am ehesten in Frage kämen natürlich der heilige Petrus oder der Erzengel Gabriel. Sie sind die höchsten Beamten im Himmel und helfen Gott bei der Erledigung der Amtsgeschäfte. Aber beide lehnen ab, wollen die Verantwortung nicht übernehmen.

Also geht die Suche weiter. Man sucht unter den Menschen, wer in Frage käme, macht eine richtige Evaluation. Die Wahl trifft auf einen Landsmann des Autors, auf einen Finnen. Pirjeri Ryynänen ist Kranführer und mit sich und seiner Arbeit hoch über allen andern und mit seinem Leben eigentlich zufrieden. Die Versuchung, das Angebot anzunehmen, ist aber gross, denn Pirjeri findet, auf der Welt wäre einiges besser zu regeln. Also setzt ihn Gott als seinen Stellvertreter ein und verschwindet in seine Auszeit.

Pirjeni Ryyänen ist plötzlich Gott. Er ist der höchste im Himmel, der sich in einem ehemaligen Nonnenkloster im hintersten Bulgarien befindet. Von hier aus greift er ins Weltgeschehen ein und trifft seine Entscheidungen. Oh Gott...

Der finnische Autor Arto Paasilinna verschafft dank seinem skurrilen Humor dem Lesenden mit „Der liebe Gott macht blau“ eine kurzweilige, lustige Lektüre.

Teddy Buser (2010)


Der liebe Gott ist der Menschheit und der Welt überdrüssig, zu viele Regeln gilt es zu beachten, damit sie nicht aus den Fugen gerät, zu viele Dinge seiner Schöpfung haben eine unerwünscht Eigendynamik entwickelt. Der liebe Gott fühlt ein Burn-out nahen und beschliesst, eine Auszeit zu nehmen. Doch wer soll ihn während einem ganzen Jahr vertreten?

Der Heilige Petrus und der Erzengel Gabriel drücken sich vor der Verantwortung und suchen lieber eine strammen Christen als Ferienvertretung. Ihre Wahl fällt auf den tatkräftigen Kranführer Pirjeri. Ohne zu Zögern lässt der Finne alles stehen und liegen und übernimmt der den anspruchsvollen Managerjob, zieht nach Transsylvanien, wo der Himmel liegt.

Nach einer kurzen Einarbeitungszeit beginnt der Praktiker, den Himmel zu reorganisieren und die Konflikte der Erde anzugehen. Petrus und Gabriel sind schockiert!

Peter Maibach (2012)

 


 

Buchinformation

Arto Paasilinna, Der liebe Gott macht blau
283 Seiten, Gebundene Ausgabe, CHF 31.50
IBSN 978-3-7857-1621-2
Lübbe Verlag,

 

 

Daniel Silva

Buchcover Der AuftraggeberDaniel Silva, 1960 geboren, arbeitete während Jahren als Auslandskorrespondent für CNN im Nahen Osten, in Ägypten und im Persischen Golf. In dieser Zeit erlebte er die Stimmung in jener Weltregion wie kein Zweiter. Zweifellos prägten die hautnah erfahrenen Zwistigkeiten, Friedensbemühungen, Kriege, Schuldzuweisungen und der immer wieder geschürte Hass seine schriftstellerischen Aktivitäten.

In seinem Roman „Der Auftraggeber“ erzählt er, wie zwei Geheimdienste – der palästinensische und der israelische – einander belauern und bekämpfen. Das Buch beginnt mit einem Bombenattentat in Paris, dem der israelische Botschafter zum Opfer fällt. Die Tat muss gerächt werden. Ari Schamron, der ehemalige Geheimdienstchef Israels, kehrt zurück an seinen Posten. Er holt seinen besten Mann zurück. Gabriel Allon restauriert seit seinem Abschied aus dem Geheimdienst in England Bilder. Er ist verbittert, weil seine Frau und sein Kind bei einem Attentat der Palästinenser ums Leben gekommen waren. Die Tatsache, dass sein Todfeind Tariq der Attentäter in Paris gewesen war, lässt den Hass in ihm wieder aufleben. Es beginnt eine atemberaubende Jagd an verschiedensten Punkten der Erde.

Daniel Silva flicht geschickt sein Wissen über die unüberwindliche Feindschaft zwischen Israel und den Arabern ein. Er beschreibt, weshalb die Juden sich in Israel nicht einengen lassen und weshalb sie auf jede Aggression mit einer weiteren Aggression antworten. Und er erzählt, wie tief der Hass der Araber auf die Juden ist und weshalb sie Israel vom Erdboden verschwinden lassen wollen. Es ist ein Thriller, bei welchem sich historische Tatsachen, fiktive Ereignisse und Intrigen zu einem Mix voller Spannung und Emotionen vermengen. Ein Kapitel Gegenwartsgeschichte wird mitgeliefert. Am Schluss mag sich der Leser fragen, wer denn nun eigentlich der Sieger ist im mörderischen Kampf der beiden besten Fighter im Dienste der verfeindeten Länder.

Teddy Buser (2009)


Buchinformationen

Daniel Silva
Der Auftraggeber
Piper
479 Seiten, Taschenbuch,
IBSN 978-3-492-23887-8

Fabio Volo

Cover Einfach losfahrenDer 35 Jährige Michele schaut zurück auf eine intensive Lebensphase, beschreibt die Zeit, der Selbstfindung, die er nach der Trennung von Francesca durchlebte bis zum Moment als sich die beiden als Paar wieder finden und Eltern werden.

Michele und Federico waren enge Freunde, seit ihrer Kindheit. Als junge, lebensfrohe Männer reden sie vom grossen Abenteuer. Ins Leben hinaus treten, alles hinter sich lassen; Federico wagt den Schritt, geht auf Reisen, verwirklicht die Träume, die er und Michele gemeinsam gesponnen haben. Michele aber bleibt im heimischen Italien, stürzt sich in eine Beziehung mit Francesca. Er erobert ihr Herz, ohne aber sich selber wirklich zu engagieren, stets mit einem Blick auf ein flottes Intermezzo.

Es kommt, wie es kommen muss, die Trennung lässt einen hilflosen, einsamen Michele zurück. In dieser Zeit kehrt Federico auf einen Besuch in seiner alten Heimat zurück. Er schwärmt Michele aus seinem neuen Leben vor, erzählt von Sophie, seiner grossen Liebe, mit der er auf einer der kapverdischen Inseln ein Gästehaus renoviert. Doch das Glück ist von kurzer Dauer.

Federico stirbt bei einem Motorradunfall. Dieser Schock endlich motiviert Michele, aufzubrechen. Er besucht Sophie, kümmert sich um sie und steht ihr nach der Geburt ihres Kindes mit Federico bei. In einem langen Prozess findet er den Weg zurück zu Francesa.

Etwas viel Herz Schmerz ist in dieses Buch gepackt. Doch wer romantische Geschichten liebt und herausfinden will, wie arm dran Männer sein können, wenn ihnen die Liebe über den Kopf wächst, der wird diesen Roman mögen.

Peter Maibach (2009)


Buchinformationen

Einfach losfahren
Fabio Volo
188 Seiten
Diogenes
ISBN 978-3-257-06732-3

Autoren und Autorinnen Vorlehre 2009 BSD Bern

Buchcover Ich liebe dichVeri und Mauro verlieben sich. Doch ist das wirklich die grosse einmalige Liebe? Wie kann man da sicher sein, erst recht wenn man so jung ist wie die beiden. Veri, Mauro und ihre Clique stehen auf der Schwelle zum erwachsen  werden. Die Kindheit haben sie  hinter sich gelassen, doch werden die jungen Leute auch ernst genommen? Alle Erlebnisse sind noch neu und unverbraucht, die grossen Gefühle müssen erlebt und eingeordnet werden, ohne auf die Unterstützung von Erfahrungen zurück greifen zu können.

Was diese schöne Liebesgeschichte besonders charmant macht: Liebe ist international, genauso wie die Gruppe von Autorinnen und Autoren, die frisch und unkompliziert gemeinsam eine Story gebaut haben, die sich gut liest und die echt ist. Die 15 jungen Schreibenden sind eine aus allen Nationalitäten zusammengewürfelte Schulklasse in Bern, die für die Zeit einer Vorlehre die BSD besuchen.

Unterstützt von der Lehrerin und Regisseurin Rosetta Bregy und der Verlegerin Rosmarie Bernasconi setzte sich die bunte Truppe in Buchform mit den Fragen auseinander, die im Alter rund um 16 am meisten beschäftigen: die ersten Schritte ins Berufsleben, Eltern, Schule, Gesellschaft, Lifestyle, Umgang mit Suchtmitteln. Und natürlich über allem die grosse Liebe und die ersten, einmaligen Erfahrungen.

Peter Maibach (2009)


Buchinformationen

Ich liebe dich
Autoren und Autorinnen Vorlehre BSD Bern
Taschenbuch, 139 Seiten
Einfach Lesen Bern
ISBN 978-3-9523364-2-7