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Einfach Lesen

coverschwarzwildKriminalpolizistin Bettina Boll wird auf einen seltsamen Fund aufmerksam gemacht: im Zaun eines Wildschweingeheges eines Ausflugrestaurants wird ein Knochen gefunden, der von einem Menschen stammen könnte. Sie fühlt sich verpflichtet, den Fund genauer zu untersuchen, stösst aber bei Kollegen und der Landbevölkerung auf Spott und Misstrauen.

Fast zeitgleich wird in derselben Region eine junge Wandrerin vermisst, und tatsächlich dauert es nicht lange, bis die wildesten Spekulationen die Runde machen. Boll sieht ihre Vermutungen bestätigt und beginnt zu ermitteln, hartnäckig und subtil. Der Fall nimmt eine unerwartete Wendung und erst im letzten Moment gelingt der Kommissarin die Auflösung aller Rätsel.

Der Krimi ist mit viel psychologischem Gespür geschrieben, die Krimiautorin Monika Geier schreibt humorvoll und bösartig zugleich, so wie gute Krimis sein müssen.

Peter Maibach (2010)


Buchinformation

Monika Geier: Schwarzwild
Ariadne Krimi
320 Seiten
ISBN 978-3-86754-174-9

Cover OedipusPolizeikommissär Peter Hunkeler steht kurz vor der Pensionierung, dem Übergang in den Ruhestand sieht er mit gemischten Gefühlen entgegen. Eigentlich sollte er sich langsam aus dem Berufsleben zurückziehen und da scheint es nur logisch, dass der neue Fall, der ganz Basel beschäftigt, nicht ihm übergeben wird. Denn der provozierende Theaterdirektor Vetter, dessen Ödipus Inszenierung schockiert, bleibt unauffindbar verschwunden. Sei herrenloses Wohnschiff wurde zwar bei einem Stauwehr gefunden, handelt es sich um eine Flucht eines überspannten Genies, einen Unfall oder gar Mord?

Schneider entführt die Leser mit seinem neuen Roman ins Basler Kulturmilieu, aber auch in schummrige Hafenkneipen. Irgendwie scheinen der Raub eines Tresors und das Verschwinden einer Sambatänzerin mit dem Untertauchen des Theaterdirektors zusammen zu hängen. Hunkelers Kollegen gelingt es nicht, die richtige Spur aufzunehmen, bis es dem launigen Kommissär gelingt, kurz vor dem Ende seiner Berufskarriere den verzwickten Fall zu lösen. Neben einer spannenden Handlung verpackt Schneider in viel Basler Lokalkolorit und Philosophisches in seinen neuen Roman.

Peter Maibach (2010)


Buchinformation

 

Hunkeler und die Augen des Ödipus
Hansjörg Schneider
232 Seiten
Diogenes
ISBN 978 3 257 86198 3

evasiehtrotEva Wylie ist gross, hässlich und stark. Sie ist Catcherin, die Killerqueen von London. Eva trainiert fleissig in einem Sportclub, lebt mit ihren beiden scharfen Hunden als Nachtwächterin auf einem Schrottplatz und bereitet sich auf ihren nächsten Kampf vor. Sie ist zufrieden, wenn sie in Ruhe gelassen wird. Doch sie hält die Augen offen und beobachtet ihre Ecke von London genau: Armut, Prostitution, Junkies und Aggression beherrschen den Alltag der kleinen Leute. 

Eva hat sich in diesen einengenden Verhältnissen von der obdachlosen, bettelnden Herumtreiberin zu einer bescheidenen Existenz hochgekämpft. Doch diese vermeintliche Idylle gerät aus den Fugen, als eine Freundin von Eva von brutalen Freiern zu Tode geprügelt wird. Die Huren im Quartier sind ausser sich und beschliessen, einen Selbstverteidigungskurs zu nehmen – ausgerechnet bei Eva, die sich nur widerstrebend aus der Reserve locken lässt. Denn abgesehen von dem schwierigen Unterfangen, den Frauen etwas Mut und Selbstbewusstsein beizubringen macht sich Eva auch auf die Suche nach den Mördern.

Neben der spannenden Handlung und dem Blick in ein brutal armes Leben im sonst so noblen London fasziniert die fadengerade, unverblümte Denk- und Redeweise Evas, die gleichermassen faszinierend wie abstossend wirkt.

Peter Maibach (2010)


Buchinformation

Liza Cody
Eva sieht rot
(Eva Wylies zweiter Fall)
ariadne classic, Paperback, 280 Seiten
ISBN: 978-3-86754-007-0

Daniel Silva, Die Loge

die_logeWeil eine Freundin meiner Frau die Romane von Daniel Silva so sehr gerühmt hatte, erstanden wir einige davon als Ferienlektüre. Wir haben es nicht bereut, fiebern mit Agent Gabriel Allon im Kampf gegen die Ungerechtigkeiten dieser Welt und gegen kriminelle Geheimbünde mit.
„Der Engländer“, „Der Schläfer“, „Der Zeuge“ und „Der Auftraggeber“ habe ich in einer relativ kurzen Zeitspanne gelesen und sie auf dieser Homepage vorgestellt. Hinter mir liegen viele Stunden Spannung und Unterhaltung.
Der Band „Die Loge“ handelt von der „Crux Vera“, einer vatikanischen Geheimloge, die sich zum Ziel gesetzt hat, den neuen Papst zu töten. Dieser beabsichtigt nämlich, ein brisantes historisches Dokument einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen, welches einen schrecklichen Pakt zwischen der Kurie und den Nationalsozialisten beschreibt. Auf seltsame Weise kommt der israelische Agent Gabriel Allon in den Besitz einer Kopie des Dokuments. Damit wird er zum Feind des „Crux Vera“, die den „Leoparden“, einen eiskalten Auftragskiller, auf ihn ansetzt.
Wie bei den meisten Serien ist auch bei Daniel Silvas Thrillers das Schema immer ähnlich. Die unbewältigte Holocaust-Vergangenheit und der ständige Kampf um die Daseinsberechtigung als Nation ruft immer wieder den israelischen Geheimdienst auf den Plan. Der Autor, der die dunklen Machenschaften der Crux Vera aufdecken will, wird ermordet. Der alte Chef, Ari Schamron, reisst seinen besten Agenten, Gabriel Allon, aus dessen bürgerlichem Leben als Restaurator alter Meisterwerke heraus. Er verlangt von ihm, den Mörder zu finden, den Papst zu schützen und die Hintermänner der Crux Vera und ihre bösen Taten zu entlarven.
Gabriel Allon ist der schier unbesiegbare Held bei Daniel Silva, und es ist auch in „Die Loge“ enorm spannend zu lesen, ob und wie er seinen lebensgefährlichen Auftrag erfüllt.

Teddy Buser, 2010


Buchinformation

Silva, Daniel , Die Loge
Thriller. In: Deutsch. H1448 S. 2007. Reihe: Serie Piper. 4858.
Verlag: Piper Kartoniert. CHF 17.90

Die Marseille Trilogie

Total Cheops – Chourmo – Solea

marseillertrilogieFabio Montale ist Polizist in der zweiten französischen Metropole, der Hafenstadt Marseille. Hier prallen Kulturen und Ethnien aus dem gesamten Mittelmeerraum aufeinander. Neben seinem geliebten, kosmopolitischen multikulturellen Marseille weist der Autor Jean-Claude Izzo auf die Problematik der enttäuschten Hoffnungen der meist arbeitslosen Einwanderer hin. Diese werden zum Spielball zwischen Extremisten, Front National und der Mafia, die Hand in Hand geht mit Politikern und mächtigen Geschäftemachern, welche den Charme der Stadt wegsanieren wollen. Die Randgruppen werden in Aussenquartiere abgedrängt, dorthin, wo sich kaum ein Marseiller Bürger verirrt. Dorthin, wo sich Fabio Montale mit sanften, aber beharrlichen Methoden um Integration und Deseskalation von schwelenden Konflikten und Gewaltbereitschaft bemüht.

In allen drei Kriminalromanen wird das eher beschauliche Leben des kleinen Polizisten – Fischen, gut Essen, mit Freunden durch die Nachtlokale ziehen - durch verwirrende Ereignisse gestört. Seine Jugendfreunde werden ermordet. Lole, die grosse Liebe verlässt Fabio, sein Leben gerät aus den Fugen. Als er eher zufällig korrupte Machenschaften bei der Polizei aufdeckt, zieht er die Konsequenz und quittiert seinen Dienst.

Doch die all gegenwärtige Mafia reagiert weiterhin gereizt und die Schlinge zieht sich immer enger um Montale. Unterstützung findet er bei seinen alten Freunden Fonfon und Honorine sowie jungen Frauen, auf die der philosophische ex-flic eine magische Anziehung ausübt. Neben Leckereien aus dem Marseiller Kochtopf liebt Montale Musik, vorzugsweise Jazz. Beides, die Musik und die feinen, detailliert beschriebenen kulinarischen Spezialitäten widerspiegeln die jeweilige Gemütslage Fabios .

Viel Action und Spannung bauen auf den vielschichtigen Nebengeschichten auf, kreieren ein Buchuniversum, dem man sich kaum entziehen kann. Über sechshundert Buchseiten versprechen beste Unterhaltung und schlaflose Nächte für den Krimiliebhaber.

Als zusätzliche Dienstleistung - neben praktischen Worterklärungen zum „argot“ hat mich eine ausführliche Diskografie positiv überrascht.

Peter Maibach (2010)

 


Buchinformation

Jean-Claude Izzo, Die Marseiller Trilogie
Unionsverlag
Taschenbuch , 655 Seiten
ISBN 978-3-293-20462-1
CHF 22.90