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Einfach Lesen

Daniel Silva, Der Schläfer

silva_schlaeferChaled al-Chalifa, Nachkomme einer kriegerischen palästinensischen Familie ist, neben dem israelischen Geheimagenten Gabriel Allon, die Hauptfigur in Daniel Silvas Thriller „Der Schläfer“. Chaled hasst die Juden und will, dass sie aus Palästina verschwinden. Schon sein Grossvater und sein Vater waren Krieger, die der Hass gegen Israel zu verheerenden Terroranschlägen antrieb. Sie wurden deshalb vom israelischen Geheimdienst ermordet.

Ein Anschlag auf die israelische Botschaft in Rom hat fürchterliche Folgen, fordert zahlreiche Todesopfer. Das Datum des Anschlags fällt mit dem Jahrestag eines israelischen Sieges aus der Vergangenheit zusammen. Es handelt sich also eindeutig um einen Racheakt. Bald wird wieder so ein Jahrestag fällig, und in der israelischen Regierung befürchtet man einen weiteren Vergeltungsschlag durch die gleiche palästinensische Terrorgruppe. Bloss – wer ist der Drahtzieher der Attacken, wer sind seine Helfershelfer?
Da kann bei Daniel Silva nur einer helfen: Der legendäre Meisterspion Gabriel Allon. Er wird einmal mehr seinem Alltag entrissen und erhält den Auftrag, den Kopf der Bande und seine Mannschaft ausfindig zu machen und den nächsten Anschlag zu verhindern.

Es beginnt eine fieberhafte Suchaktion nach der Nadel im Heuhaufen. Und man wird fündig. Niemand anderes als der Enkel und Sohn der al-Chalifa Terroristenväter muss Gehirn und Vollstrecker sein, und der Verdacht, dass der nächste grosse Anschlag in Paris stattfinden soll, verdichtet sich.

Einmal mehr gelingt es Daniel Silva, eine unglaubliche Spannung aufzubauen und bis zur letzten Zeile aufrecht zu erhalten. Er führt die Leser in die Regierungszimmer der Israeli und der Palästinenser, und es gelingt ihm, in der Story die Hass-Geschichte zwischen Israel und Palästinensern ablaufen zu lassen. Also auch in diesem Silva-Roman: Aktuelle Weltgeschichte und Thriller werden auf klassische Weise miteinander verwoben und als Hochspannungs-Lektüre dargeboten.
Teddy Buser, 2010

 


Buchinformation

Daniel Silva, Der Schläfer
403 Seiten, Taschenbuch,Piper Verlag
IBSN 978-3-492-25259-1, CHF 17.50

Daniel Silva, der Zeuge

derzeugeDiesmal ist es weder die Al Qaida noch ein Schweizer Raubkunst-Geheimbund, auf den der israelische Geheimdienstler Gabriel Allon angesetzt wird. Diesmal geht es um einen alten Nazi, der als SS-Sturmbannerführer für den Tod unzähliger Juden verantwortlich war. Beinahe wäre auch Allons Mutter, die zwei Jahre Auschwitz überlebt hatte, dessen Opfer geworden.

Gabriel Allon ist dabei, in Venedig ein altes Altarbild von Giovanni Bellini zu restaurieren, als in Wien sein alter Freund Eli Lavon in die Luft gejagt wird. Wenig später wird ein alter Mann namens Max Klein ermordet. Vorher hatte dieser den Verdacht geäussert, der erfolgreiche und angesehene Geschäftsmann Ludwig Vogel sei der SS-Mann Erich Radek, der in den Konzentrationslagern als sadistischer Massenmörder gewirkt hatte.

Gabriel Allon beginnt mit einer aufwändigen Aufklärungsarbeit, die ihn in die geheimen Archive des Vatikans führt. Fündig wird er aber auch in den Dossiers über seine Mutter. Diese hatte nach ihrer Errettung eine Schilderung abgegeben über ihre schrecklichen Erlebnisse in Auschwitz und auf dem Todesmarsch nach dem Krieg, als die Deutschen die Spuren des Holocausts zu verwischen versuchten. Vogel alias Radek kommt dabei ganz schlecht weg.

Ein minutiöser Plan wird ausgetüftelt, wie Radek, der nach dem Krieg mit neuem Namen wieder in leitende Stellungen geriet und sogar für die CIA tätig war, gefasst und der gerechten Strafe zugeführt werden könnte.

Daniel Silva schafft es auch in diesem Buch mit Gabriel Allon als Hauptfigur, vor dem Hintergrund eines (traurigen) Kapitels der jüngeren Weltgeschichte einen ungemein spannenden Thriller vorzulegen. Realität und Fiktion fliessen dabei ineinander über, wobei diesmal die Realität – der Holocaust – die Fiktion an Grausamkeit bei weitem übertrifft.

 


Buchinformation

Daniel Silva, Der Zeuge
416 Seiten, Taschenbuch, CHF 16.90

Daniel Silva - Der Engländer

englaenderIn diesem Buch kommt die Schweiz schlecht weg. Es ist zwar ein Thriller, aber er berührt einen Teil unserer Geschichte, auf den wir nicht stolz sein dürfen. Es geht um die Raubkunst – und damit auch um viel Geld -, die vor und während des zweiten Weltkrieges in der Schweiz verschwand. Schweizer Sammler und Schweizer Banken übernahmen teure Kunstwerke, aber auch Geld aus ehemals jüdischem Besitz, horteten es in ihren Safes oder schufen sich in ihren einbruchssicheren Häusern ihre eigenen Museumsräume. Die Schweiz soll Umschlagsplatz für Raubkunst gewesen sein.

Der Geheimagent Gabriel Allon, im Hauptberuf Restaurator, wird auf den alten Bankier Auguste Rolfe angesetzt. Als er nachts in dessen Villa eindringt, findet er ihn tot in seinem Blut liegen. Zusammen mit Ana Rolfe, der Tochter des Ermordeten, die entsetzt ist, als sie von den Machenschaften ihres Vaters hört, will Allon das Geheimnis der Raubkunst-Verstecke lüften. Ana, eine weltberühmte Geigenspielerin, wird mit Allon zusammen Zielscheibe eines Mordanschlages.

Beauftragt mit dem Mord ist „Der Engländer“. Er ist ein Killer, dem es nichts ausmacht, im Auftrag Dritter Menschen ins Jenseits zu befördern. Beide Seiten – Allon vom israelischen Geheimdienst einerseits und die „Schweizer Raubkunst-Mafia“ anderseits liefern sich einen gnadenlosen Kampf.

Daniel Silva gelingt es erneut, während des ganzen Buches eine unglaubliche Spannung zu erzeugen. Interessant sind auch seine Interpretationen über die Rolle der Schweiz im zweiten Weltkrieg. Für ihn war sie sozusagen der Compagnon von Hitler-Deutschland, der mit Industriegütern und eben mit Raubkunst viel Geld verdiente. Einiges ist überzeichnet, vieles dürfte aber der Wahrheit nahe kommen.

Das Buch ist aus zwei Gründen lesenswert: Es erzählt ein unrühmliches Kapitel der Schweizer Geschichte, und es ist ein enorm spannender Thriller.


Buchinformation

Daniel Silva  - Der Engländer,
430 Seiten, Taschenbuch, CHF 16.90
IBSN 978-3-492-24307-0

 

 

William Paul Young "Die Hütte"

die_huetteDieses Buch war und ist ein Versuch des Schriftstellers, seinen Kindern „Gott“ zu erklären. Er wollte ihnen zu Weihnachten eine Freude machen. Als Vorgeschichte dazu nahm er eine tragische Kindsentführung: Die jüngste Tochter einer sechsköpfigen Familie wurde bei Campingferien plötzlich vermisst. Nach tagelangem vergeblichem Suchen war klar, dass sie gewaltsam entführt worden war. Schliesslich wurde in einer verlassenen, baufälligen Hütte das blutige Kleidchen des Kindes gefunden. Dabei lag ein Zeichen, das ein Serienmörder bei allen bisherigen Mordfällen mit Absicht zurück gelassen hatte.
Für die Eltern ist der Vorfall ein Alptraum, der schlimmste, den man sich überhaupt vorstellen kann. Klar, dass man mit dem Schicksal hadert, dass man fragt, wo denn Gott, der sogenannt Allmächtige, Allwissende in den entscheidenden Minuten war, und weshalb er überhaupt eine solch scheussliche Tat an einem sechsjährigen Kind nicht verhindert.
Vier Jahre nach dem Mord erhält Mackenzie, der Vater des ermordeten Kindes, eine seltsame Einladung in die Hütte, in welcher offenbar die Tat begangen worden war. Widerstrebend fährt er hin und trifft dort Gott. Aber nicht auf einen Gott seiner Vorstellung mit wallendem, weissem Bart. Gott ist eine Afroafrikanerin, die fantastisch kocht, Jesus ist da, er trägt Jeans und ist Schreiner, und anwesend ist auch der Heilige Geist in Form einer asiatischen Frau. Gott zeigt sich ihm so, damit er ihn versteht und akzeptiert, was er sagt. Die Begegnung verändert Mackenzies Leben, sein Denken, sein Verhalten vollständig.
„Die Hütte“ kam in einem kleinen Verlag heraus, den Young mit zwei Freunden gründete. Durch Mundpropaganda und Weiterempfehlungen wurde er 2008 zum meistverkauften Bestseller in Amerika. Es ist gut möglich, dass das Buch auch in Europa manchen Lesenden offene Fragen zu Gott und seiner Nähe beantworten kann.

Teddy Buser (2010)


Buchinformation

William Paul Young "Die Hütte"
301 Seiten, gebundene Ausgabe,
IBSN 978-3-7934-2166-5

Stieg Larsson

Cover VerblendungDer schwedische Wirtschafts-Journalist Mikael Bloomkvist meint, einer Topstory auf der Spur zu sein und greift den mächtige Finanzer Wenneström an. Dieser zieht gegen Bloomkvist vor Gericht. Die Story fällt durch und Bloomkvist wird zu Busse und Gefängnis verurteilt. Das von ihm mit heraus gegebene Wirtschaftsjournal scheint ruiniert.

An diesem Tiefpunkt wird der Journalist vom ehemaligen Grossindustriellen Henrik Vanger kontaktiert. Der einst einflussreiche Vangerclan wohnt zusammengedrängt auf einer Insel im Norden Schwedens; dem Konzern geht es in der Krise wirtschaftlich schlecht.

Bloomkvist wird mit dem Auftrag betreut, die Familiengeschichte niederzuschreiben. Doch dies dient bloss als Vorwand, um in den Archiven zu stöbern. Denn Henrik Vallanders Auftrag lautet: Überprüfen des umfangreichen Aktenmaterial zu einem seltsamen und ungelösten Verschwindens seiner Ziehtochter Harriet.

Bloomkvist kommt der Ortswechsel und auch das in Aussicht gestellte Honorar gelegen.

Er vertieft sich in die Familiengeschichte, knüpft mehr oder weniger gute Kontakte mit den Vangers. Die Familienmitglieder durchschauen die Farce rasch. Gerne würden sie die Vergangenheit ruhen lassen. Doch Bloomkvist stösst auf neue Erkenntnisse. Professionelle Unterstützung erhält er durch die freakige Lisbeth, die jeden Computer knackt. Gemeinsam enthüllen sie ein einen schaurigen Skandal.

In der zweiten Buchhälfte wird es wirklich spannend. Die vorab sorgfältig aufgebauten Informationshäppchen verbinden sich zu einem wilden Puzzle, das nichts auslässt, was zu einem Thriller gehört. Spannende Lektüre, die solidarisch mit dem eisigen Schweden durch den kalten Winter hilft - und das gute daran ist: Es gibt noch zwei weitere dicke Bände, die darauf warten, verschlungen zu werden.

Beachten Sie dazu auch die Besprechung der Verfilmung: Verblendung - der Film

Peter Maibach (2009)


Buchinformationen

Verblendung
Stieg Larsson
687 Seiten, gebundene Ausgabe
Verlag: Heyne
ISBN 978-3-453-43245-1