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Blog Einfach Lesen

Daniel Silva, Die Loge

die_logeWeil eine Freundin meiner Frau die Romane von Daniel Silva so sehr gerühmt hatte, erstanden wir einige davon als Ferienlektüre. Wir haben es nicht bereut, fiebern mit Agent Gabriel Allon im Kampf gegen die Ungerechtigkeiten dieser Welt und gegen kriminelle Geheimbünde mit.
„Der Engländer“, „Der Schläfer“, „Der Zeuge“ und „Der Auftraggeber“ habe ich in einer relativ kurzen Zeitspanne gelesen und sie auf dieser Homepage vorgestellt. Hinter mir liegen viele Stunden Spannung und Unterhaltung.
Der Band „Die Loge“ handelt von der „Crux Vera“, einer vatikanischen Geheimloge, die sich zum Ziel gesetzt hat, den neuen Papst zu töten. Dieser beabsichtigt nämlich, ein brisantes historisches Dokument einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen, welches einen schrecklichen Pakt zwischen der Kurie und den Nationalsozialisten beschreibt. Auf seltsame Weise kommt der israelische Agent Gabriel Allon in den Besitz einer Kopie des Dokuments. Damit wird er zum Feind des „Crux Vera“, die den „Leoparden“, einen eiskalten Auftragskiller, auf ihn ansetzt.
Wie bei den meisten Serien ist auch bei Daniel Silvas Thrillers das Schema immer ähnlich. Die unbewältigte Holocaust-Vergangenheit und der ständige Kampf um die Daseinsberechtigung als Nation ruft immer wieder den israelischen Geheimdienst auf den Plan. Der Autor, der die dunklen Machenschaften der Crux Vera aufdecken will, wird ermordet. Der alte Chef, Ari Schamron, reisst seinen besten Agenten, Gabriel Allon, aus dessen bürgerlichem Leben als Restaurator alter Meisterwerke heraus. Er verlangt von ihm, den Mörder zu finden, den Papst zu schützen und die Hintermänner der Crux Vera und ihre bösen Taten zu entlarven.
Gabriel Allon ist der schier unbesiegbare Held bei Daniel Silva, und es ist auch in „Die Loge“ enorm spannend zu lesen, ob und wie er seinen lebensgefährlichen Auftrag erfüllt.

Teddy Buser, 2010


Buchinformation

Silva, Daniel , Die Loge
Thriller. In: Deutsch. H1448 S. 2007. Reihe: Serie Piper. 4858.
Verlag: Piper Kartoniert. CHF 17.90

Die Marseille Trilogie

Total Cheops – Chourmo – Solea

marseillertrilogieFabio Montale ist Polizist in der zweiten französischen Metropole, der Hafenstadt Marseille. Hier prallen Kulturen und Ethnien aus dem gesamten Mittelmeerraum aufeinander. Neben seinem geliebten, kosmopolitischen multikulturellen Marseille weist der Autor Jean-Claude Izzo auf die Problematik der enttäuschten Hoffnungen der meist arbeitslosen Einwanderer hin. Diese werden zum Spielball zwischen Extremisten, Front National und der Mafia, die Hand in Hand geht mit Politikern und mächtigen Geschäftemachern, welche den Charme der Stadt wegsanieren wollen. Die Randgruppen werden in Aussenquartiere abgedrängt, dorthin, wo sich kaum ein Marseiller Bürger verirrt. Dorthin, wo sich Fabio Montale mit sanften, aber beharrlichen Methoden um Integration und Deseskalation von schwelenden Konflikten und Gewaltbereitschaft bemüht.

In allen drei Kriminalromanen wird das eher beschauliche Leben des kleinen Polizisten – Fischen, gut Essen, mit Freunden durch die Nachtlokale ziehen - durch verwirrende Ereignisse gestört. Seine Jugendfreunde werden ermordet. Lole, die grosse Liebe verlässt Fabio, sein Leben gerät aus den Fugen. Als er eher zufällig korrupte Machenschaften bei der Polizei aufdeckt, zieht er die Konsequenz und quittiert seinen Dienst.

Doch die all gegenwärtige Mafia reagiert weiterhin gereizt und die Schlinge zieht sich immer enger um Montale. Unterstützung findet er bei seinen alten Freunden Fonfon und Honorine sowie jungen Frauen, auf die der philosophische ex-flic eine magische Anziehung ausübt. Neben Leckereien aus dem Marseiller Kochtopf liebt Montale Musik, vorzugsweise Jazz. Beides, die Musik und die feinen, detailliert beschriebenen kulinarischen Spezialitäten widerspiegeln die jeweilige Gemütslage Fabios .

Viel Action und Spannung bauen auf den vielschichtigen Nebengeschichten auf, kreieren ein Buchuniversum, dem man sich kaum entziehen kann. Über sechshundert Buchseiten versprechen beste Unterhaltung und schlaflose Nächte für den Krimiliebhaber.

Als zusätzliche Dienstleistung - neben praktischen Worterklärungen zum „argot“ hat mich eine ausführliche Diskografie positiv überrascht.

Peter Maibach (2010)

 


Buchinformation

Jean-Claude Izzo, Die Marseiller Trilogie
Unionsverlag
Taschenbuch , 655 Seiten
ISBN 978-3-293-20462-1
CHF 22.90

 

 

Daniel Silva, Der Schläfer

silva_schlaeferChaled al-Chalifa, Nachkomme einer kriegerischen palästinensischen Familie ist, neben dem israelischen Geheimagenten Gabriel Allon, die Hauptfigur in Daniel Silvas Thriller „Der Schläfer“. Chaled hasst die Juden und will, dass sie aus Palästina verschwinden. Schon sein Grossvater und sein Vater waren Krieger, die der Hass gegen Israel zu verheerenden Terroranschlägen antrieb. Sie wurden deshalb vom israelischen Geheimdienst ermordet.

Ein Anschlag auf die israelische Botschaft in Rom hat fürchterliche Folgen, fordert zahlreiche Todesopfer. Das Datum des Anschlags fällt mit dem Jahrestag eines israelischen Sieges aus der Vergangenheit zusammen. Es handelt sich also eindeutig um einen Racheakt. Bald wird wieder so ein Jahrestag fällig, und in der israelischen Regierung befürchtet man einen weiteren Vergeltungsschlag durch die gleiche palästinensische Terrorgruppe. Bloss – wer ist der Drahtzieher der Attacken, wer sind seine Helfershelfer?
Da kann bei Daniel Silva nur einer helfen: Der legendäre Meisterspion Gabriel Allon. Er wird einmal mehr seinem Alltag entrissen und erhält den Auftrag, den Kopf der Bande und seine Mannschaft ausfindig zu machen und den nächsten Anschlag zu verhindern.

Es beginnt eine fieberhafte Suchaktion nach der Nadel im Heuhaufen. Und man wird fündig. Niemand anderes als der Enkel und Sohn der al-Chalifa Terroristenväter muss Gehirn und Vollstrecker sein, und der Verdacht, dass der nächste grosse Anschlag in Paris stattfinden soll, verdichtet sich.

Einmal mehr gelingt es Daniel Silva, eine unglaubliche Spannung aufzubauen und bis zur letzten Zeile aufrecht zu erhalten. Er führt die Leser in die Regierungszimmer der Israeli und der Palästinenser, und es gelingt ihm, in der Story die Hass-Geschichte zwischen Israel und Palästinensern ablaufen zu lassen. Also auch in diesem Silva-Roman: Aktuelle Weltgeschichte und Thriller werden auf klassische Weise miteinander verwoben und als Hochspannungs-Lektüre dargeboten.
Teddy Buser, 2010

 


Buchinformation

Daniel Silva, Der Schläfer
403 Seiten, Taschenbuch,Piper Verlag
IBSN 978-3-492-25259-1, CHF 17.50

Daniel Silva, der Zeuge

derzeugeDiesmal ist es weder die Al Qaida noch ein Schweizer Raubkunst-Geheimbund, auf den der israelische Geheimdienstler Gabriel Allon angesetzt wird. Diesmal geht es um einen alten Nazi, der als SS-Sturmbannerführer für den Tod unzähliger Juden verantwortlich war. Beinahe wäre auch Allons Mutter, die zwei Jahre Auschwitz überlebt hatte, dessen Opfer geworden.

Gabriel Allon ist dabei, in Venedig ein altes Altarbild von Giovanni Bellini zu restaurieren, als in Wien sein alter Freund Eli Lavon in die Luft gejagt wird. Wenig später wird ein alter Mann namens Max Klein ermordet. Vorher hatte dieser den Verdacht geäussert, der erfolgreiche und angesehene Geschäftsmann Ludwig Vogel sei der SS-Mann Erich Radek, der in den Konzentrationslagern als sadistischer Massenmörder gewirkt hatte.

Gabriel Allon beginnt mit einer aufwändigen Aufklärungsarbeit, die ihn in die geheimen Archive des Vatikans führt. Fündig wird er aber auch in den Dossiers über seine Mutter. Diese hatte nach ihrer Errettung eine Schilderung abgegeben über ihre schrecklichen Erlebnisse in Auschwitz und auf dem Todesmarsch nach dem Krieg, als die Deutschen die Spuren des Holocausts zu verwischen versuchten. Vogel alias Radek kommt dabei ganz schlecht weg.

Ein minutiöser Plan wird ausgetüftelt, wie Radek, der nach dem Krieg mit neuem Namen wieder in leitende Stellungen geriet und sogar für die CIA tätig war, gefasst und der gerechten Strafe zugeführt werden könnte.

Daniel Silva schafft es auch in diesem Buch mit Gabriel Allon als Hauptfigur, vor dem Hintergrund eines (traurigen) Kapitels der jüngeren Weltgeschichte einen ungemein spannenden Thriller vorzulegen. Realität und Fiktion fliessen dabei ineinander über, wobei diesmal die Realität – der Holocaust – die Fiktion an Grausamkeit bei weitem übertrifft.

 


Buchinformation

Daniel Silva, Der Zeuge
416 Seiten, Taschenbuch, CHF 16.90

Daniel Silva - Der Engländer

englaenderIn diesem Buch kommt die Schweiz schlecht weg. Es ist zwar ein Thriller, aber er berührt einen Teil unserer Geschichte, auf den wir nicht stolz sein dürfen. Es geht um die Raubkunst – und damit auch um viel Geld -, die vor und während des zweiten Weltkrieges in der Schweiz verschwand. Schweizer Sammler und Schweizer Banken übernahmen teure Kunstwerke, aber auch Geld aus ehemals jüdischem Besitz, horteten es in ihren Safes oder schufen sich in ihren einbruchssicheren Häusern ihre eigenen Museumsräume. Die Schweiz soll Umschlagsplatz für Raubkunst gewesen sein.

Der Geheimagent Gabriel Allon, im Hauptberuf Restaurator, wird auf den alten Bankier Auguste Rolfe angesetzt. Als er nachts in dessen Villa eindringt, findet er ihn tot in seinem Blut liegen. Zusammen mit Ana Rolfe, der Tochter des Ermordeten, die entsetzt ist, als sie von den Machenschaften ihres Vaters hört, will Allon das Geheimnis der Raubkunst-Verstecke lüften. Ana, eine weltberühmte Geigenspielerin, wird mit Allon zusammen Zielscheibe eines Mordanschlages.

Beauftragt mit dem Mord ist „Der Engländer“. Er ist ein Killer, dem es nichts ausmacht, im Auftrag Dritter Menschen ins Jenseits zu befördern. Beide Seiten – Allon vom israelischen Geheimdienst einerseits und die „Schweizer Raubkunst-Mafia“ anderseits liefern sich einen gnadenlosen Kampf.

Daniel Silva gelingt es erneut, während des ganzen Buches eine unglaubliche Spannung zu erzeugen. Interessant sind auch seine Interpretationen über die Rolle der Schweiz im zweiten Weltkrieg. Für ihn war sie sozusagen der Compagnon von Hitler-Deutschland, der mit Industriegütern und eben mit Raubkunst viel Geld verdiente. Einiges ist überzeichnet, vieles dürfte aber der Wahrheit nahe kommen.

Das Buch ist aus zwei Gründen lesenswert: Es erzählt ein unrühmliches Kapitel der Schweizer Geschichte, und es ist ein enorm spannender Thriller.


Buchinformation

Daniel Silva  - Der Engländer,
430 Seiten, Taschenbuch, CHF 16.90
IBSN 978-3-492-24307-0