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William Paul Young "Die Hütte"

die_huetteDieses Buch war und ist ein Versuch des Schriftstellers, seinen Kindern „Gott“ zu erklären. Er wollte ihnen zu Weihnachten eine Freude machen. Als Vorgeschichte dazu nahm er eine tragische Kindsentführung: Die jüngste Tochter einer sechsköpfigen Familie wurde bei Campingferien plötzlich vermisst. Nach tagelangem vergeblichem Suchen war klar, dass sie gewaltsam entführt worden war. Schliesslich wurde in einer verlassenen, baufälligen Hütte das blutige Kleidchen des Kindes gefunden. Dabei lag ein Zeichen, das ein Serienmörder bei allen bisherigen Mordfällen mit Absicht zurück gelassen hatte.
Für die Eltern ist der Vorfall ein Alptraum, der schlimmste, den man sich überhaupt vorstellen kann. Klar, dass man mit dem Schicksal hadert, dass man fragt, wo denn Gott, der sogenannt Allmächtige, Allwissende in den entscheidenden Minuten war, und weshalb er überhaupt eine solch scheussliche Tat an einem sechsjährigen Kind nicht verhindert.
Vier Jahre nach dem Mord erhält Mackenzie, der Vater des ermordeten Kindes, eine seltsame Einladung in die Hütte, in welcher offenbar die Tat begangen worden war. Widerstrebend fährt er hin und trifft dort Gott. Aber nicht auf einen Gott seiner Vorstellung mit wallendem, weissem Bart. Gott ist eine Afroafrikanerin, die fantastisch kocht, Jesus ist da, er trägt Jeans und ist Schreiner, und anwesend ist auch der Heilige Geist in Form einer asiatischen Frau. Gott zeigt sich ihm so, damit er ihn versteht und akzeptiert, was er sagt. Die Begegnung verändert Mackenzies Leben, sein Denken, sein Verhalten vollständig.
„Die Hütte“ kam in einem kleinen Verlag heraus, den Young mit zwei Freunden gründete. Durch Mundpropaganda und Weiterempfehlungen wurde er 2008 zum meistverkauften Bestseller in Amerika. Es ist gut möglich, dass das Buch auch in Europa manchen Lesenden offene Fragen zu Gott und seiner Nähe beantworten kann.

Teddy Buser (2010)


Buchinformation

William Paul Young "Die Hütte"
301 Seiten, gebundene Ausgabe,
IBSN 978-3-7934-2166-5

Stieg Larsson

Buchcover Larsson VergebungDer dritte Band führt die sogenannte Millenium - Trilogie zu Ende. Leider, denn auch nach über insgesamt 2000 Seiten bleibt die Spannung im grossen Finale erhalten. Es fällt schwer, aus der Krimiwelt wieder in die Wirklchkeit aufzutauchen.

In den beiden  vorhergehenden Bänden Verblendung (Buchbesprechung hier) und Verdammnis (Buchbesprechung hier) lernen wir den eigenwilligen Journalisten Mikael Bloomkvist und die ungewöhnliche Lisbeth Salander kennen. Deren Leben ist auf ein schier unauflösbare Weise mit Machenschaften verknüpft, die drohen das gesamte politsische Schweden zu Fall zu bringen. Denn um die vorgehenden Morde zu vertuschen unternimmt eine Gruppe aus dem kalten Krieg übrig gebliebener Geheimpolizisten jede noch so perfide Massname. Dabei werden unerwünschte Zeugen skrupellos aus dem Weg geräumt oder in den Medien mundtot gemacht. Dei Jagd auf Lisbeth Slanader findet eine Fortsetztung darin, dass sie für unzurechnungsfähig erklärt werden soll und in einer Irrenanstalt versenkt werden soll.

Lisbeth Salander liegt wärenddessen hilflos im Spital und muss tatenlos zusehen, wie sich die Schlinge immer enger zusammenzieht. Glücklicherweise findet sie Unterstützung in Mikael Bloomkvist und weiteren phantasievollen Freunden, die gemeinsam zum grossen Showdown gegen die erdrückende Staatsmacht und deren Handlanger antreten.

Gegen Ende des atemberaubenden Thrillers steigert sich das Tempo rasant. Die etzten paar hundert Seiten sind eine Achterbahn der Spannung, in rasender Fahrt fiebert man mit Lisbeth Salander mir und zittert um ihr Überleben.

Peter Maibach (2010)

Buchinformationen

Vergebung
Stieg Larsson
862 Seiten, gebundene Ausgabe
Verlag: Heyne
ISBN 978-3-453-43406-6

Stieg Larsson

Buchcover Verdammnis LarssonDie Abenteuer des schwedischen Wirtschafts-Journalisten Mikael Bloomkvist und seiner Partnerin Lisbeth Salander gehen in diesem zweiten Band der Trilogie weiter. Oder vielmehr seiner Ex-Partnerin, denn seit der Lösung des Falles "Verblendung" (Buchbesprechung hier) geht Salander ihren eigenen Weg. Unverhofft zu Reichtum gekommen, verlässt sie Schweden und reist durch die Karibik.

Mikael Bloomkvist geht seiner journalistischen Arbeit nach. Er stösst auf eine brisante Geschichte, die sein Kollege Dag aufdecken will. Es geht um Mädchenhandel, in den auch hohe Politiker und Polizeibeamte verwickelt sein dürften. Kurz vor Veröffentlichung des Buches geschehen drei brutale Morde. Unter den Opfern ist auch der der Journalist Dag. Merkwürdig ist, dass auf der rasch gefundenen Tatwaffe die Fingerabdrücke von Lisbeth Salander zu finden sind. Medien, Polizei, Bloomkvist und der ehemalige Arbeitgeber Salanders wühlen in der Vergangenheit der jungen, eigenartigen Frau. Lange, zu lange wird in die falsche Richtung ermitttelt, denn es scheint auf der Hand zu liegen, dass Salander - inzwischen zurück in Schweden - die Mörderin sein muss.

Bloomkvist zweifelt an der offiziellen Interpretation. Er beginnt, auf eigene Faust zu ermitteln. Dabei stösst er auf immer mehr Unstimmigkeiten, die auf eine andere Täterschaft hinweisen. Doch behagen diese Ermittlungen dem selbstherrlichen Staatsanwalt, der die Untersuchungen führt, nicht in seine Karrierepläne. Eine riesiges Kesseltreiben gegen Lisbeth Salander konkurriert mit den journalistischen Finessen eines Mikael Bloomkvist.  Beide münden in ein Thrillerfinale, bei dem man das Buch nicht aus der Hand legen will.

Peter Maibach (2010)


Buchinformationen

Verdammnis
Stieg Larsson
760 Seiten, gebundene Ausgabe
Verlag: Heyne
ISBN 978-3-453-433317-5

Stieg Larsson

Cover VerblendungDer schwedische Wirtschafts-Journalist Mikael Bloomkvist meint, einer Topstory auf der Spur zu sein und greift den mächtige Finanzer Wenneström an. Dieser zieht gegen Bloomkvist vor Gericht. Die Story fällt durch und Bloomkvist wird zu Busse und Gefängnis verurteilt. Das von ihm mit heraus gegebene Wirtschaftsjournal scheint ruiniert.

An diesem Tiefpunkt wird der Journalist vom ehemaligen Grossindustriellen Henrik Vanger kontaktiert. Der einst einflussreiche Vangerclan wohnt zusammengedrängt auf einer Insel im Norden Schwedens; dem Konzern geht es in der Krise wirtschaftlich schlecht.

Bloomkvist wird mit dem Auftrag betreut, die Familiengeschichte niederzuschreiben. Doch dies dient bloss als Vorwand, um in den Archiven zu stöbern. Denn Henrik Vallanders Auftrag lautet: Überprüfen des umfangreichen Aktenmaterial zu einem seltsamen und ungelösten Verschwindens seiner Ziehtochter Harriet.

Bloomkvist kommt der Ortswechsel und auch das in Aussicht gestellte Honorar gelegen.

Er vertieft sich in die Familiengeschichte, knüpft mehr oder weniger gute Kontakte mit den Vangers. Die Familienmitglieder durchschauen die Farce rasch. Gerne würden sie die Vergangenheit ruhen lassen. Doch Bloomkvist stösst auf neue Erkenntnisse. Professionelle Unterstützung erhält er durch die freakige Lisbeth, die jeden Computer knackt. Gemeinsam enthüllen sie ein einen schaurigen Skandal.

In der zweiten Buchhälfte wird es wirklich spannend. Die vorab sorgfältig aufgebauten Informationshäppchen verbinden sich zu einem wilden Puzzle, das nichts auslässt, was zu einem Thriller gehört. Spannende Lektüre, die solidarisch mit dem eisigen Schweden durch den kalten Winter hilft - und das gute daran ist: Es gibt noch zwei weitere dicke Bände, die darauf warten, verschlungen zu werden.

Beachten Sie dazu auch die Besprechung der Verfilmung: Verblendung - der Film

Peter Maibach (2009)


Buchinformationen

Verblendung
Stieg Larsson
687 Seiten, gebundene Ausgabe
Verlag: Heyne
ISBN 978-3-453-43245-1

Simon Beckett

Buchcover Kalte Asche„Macht Ihnen das nicht zu schaffen. An den Leichen zu arbeiten, meine ich?“ fragt der junge Constable Dancun McKinney den Arzt und forensischen Anthropologen Dr. David Hunter. „Irgend jemand muss es tun. Man gewöhnt sich daran“, gibt dieser zur Antwort. Er hat den Grossteil seines Berufslebens mit der Aufklärung von Todesfällen verbracht, dabei mit und an Leichen gearbeitet und gelernt, bei Leichen Anzeichen für die Todesursache zu finden. Immer wieder wird er von der Polizei – sehr zum Ärger seiner Freundin Jenny – für komplizierte Untersuchungen beigezogen.
Diesmal führt ihn ein Auftrag auf eine kleine Insel der Äusseren Hebriden. Dort ist in einem verlassenen Cottage eine total verkohlte Leiche gefunden worden. Einzig die in Turnschuhen steckenden Füsse sind noch als solche zu erkennen. Dr. Hunter soll heraus finden, ob es sich um Selbstmord, Mord oder lediglich um einen Unfall handelte, wie der oder die Tote ums Leben kam und wann. Er stellt fest: Es war Mord. Er will ein Spurensicherungsteam anfordern, aber ein fürchterlicher Sturm legt sämtliche Verbindungen zum Festland lahm.

Die Inselbewohner geraten in Aufruhr, als das Gerücht durchsickert, bei ihnen sei ein Mord geschehen. Sie können es nicht glauben. Schon gar nicht wollen sie wahr haben, dass einer unter ihnen den Mord begangen haben sollte. Wer denn? Oder – wer kam eigentlich nicht in Frage? Da geschieht ein weiterer Mord, und wieder ist Feuer mit im Spiel.

Simon Beckett, dem schon mit „Die Chemie des Todes“ ein atemberaubender Krimi gelungen ist, verschafft mit „Kalte Asche“ - und wieder mit Dr. Hunter - seiner Leserschaft erneut prickelnde Lesestunden mit gruseligen Situationen nach echt englischer Tradition. Man gibt den Roman nicht gern aus der Hand, ehe man ihn fertig gelesen hat.

Teddy Buser (2009)


Buchinformationen

Kalte Asche
Simon Beckett
431 Seiten, Taschenbuch
Piper Serie
ISBN 978-3-499-24195-6