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eugster erna

Schon bald wurde die 1952 geborene Erna Eugster  fremdplatziert, kam in Heime, in eine psychiatrische Klinik und immer wieder ins Bezirksgefängnis. Sie machte Erfahrungen mit Alkohol und Prostitution und den Abgründen der menschlichen und insbesondere der männlichen Psyche. Erna war aber nie der Prozess gemacht worden. Sie war in keinem Heim, in keinem Gefängnis, in keiner Klinik aufgrund einer rechtskräftigen Verurteilung. Es ist also nicht so, dass sie eingesperrt wurde, weil sie etwas verbrochen hätte. Sie war eine jener zahlreichen Inhaftierten, die heute unter dem Begriff  «administrativ Versorgte» zusammengefasst werden.
Eine von denen, die gemäss behördlichem Befinden «nicht recht taten», «liederlich» waren. Und die allein deshalb, also ohne eine Straftat begangen zu haben, weggesperrt wurden. Und dies bis mindestens 1981. Im Rechtsstaat Schweiz

Erna Eugster, geboren 1952 in Solothurn, verbrachte ihre ersten Lebensjahre in einem Kinderheim in Deitingen bei Nonnen. Danach wohnte sie mit ihren Eltern in Bettenhausen und später in Herzogenbuchsee, wo sie wegen Problemen mit der Mutter alsbald fremdplatziert wurde und ins Heim kam. Ihre weiteren Stationen: Psychiatrische Klinik Münsingen, Arbeitserziehungsanstalt Kalchrain, Bezirksgefängnis Bern. Eine ordentliche Berufslehre konnte sie, die überall immer wieder ausbrach, nicht machen, arbeitete aber viele Jahre im Gastgewerbe. Heute lebt sie mit ihrem Ehemann und ihrem Hund in Bern.