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Buchcover Maria, ihm schmeckt's nichtJan und Sara wollen heiraten - Jan ist Deutscher, Sara's Mutter ist Deutsche, ihr Vater Italiener. Ein Eingewanderter, das was früher administrativ steif und durchaus abschätzig als Gastarbeiter bezeichnet wurde. Mit der Heirat in eine italieneische Familie taucht der Erzähler Jan in eine ihm fremde Kultur ein, hin und her gerissen zwischen deutscher Gründlichkeit und lebensfroher Italianita. In dem ersten Teil überwiegen denn auch die komischen Situationen, in die der Jan gerät: üppiges Essen, das abzulehenen er sich aus Höflichkeit nicht getraut, sprachliche Verirrungen und eine unüberschaubare Familie. Sara steckt's mit einem Schulterzucken und einem Lächeln weg.

Mit der Zeit fassen Jan und sein Schwiegervater Antonio Vertrauen in einander. Jan ist aus Sicht des quirligen und redefreudigen Antonios "kein dummer Salat", ein Kompliment. Auf einer Reise nach Italien erzählt der lebenslustige Antonio dem Schwiegersohn seine Lebensgeschichte. Und spätestens hier ist fertig mit dem oft belächelten Mister Lustig: die kinderreiche Familie Marzipane, zugewandert aus Süditalien lebt als Aussenseiter unter ärmlichen Verhältnissen. Hartnäckig arbeitet sich der charmante Antonio hoch, investiert in technische Ausbildungen und Englisch, Amerika scheint das gelobte Land. Trotz aller Schlitzohrigkeit kommt Antonio nicht weiter als Deutschland, wo er sich ins Heer der Fremdarbeiter einreiht. Arroganz und Überheblichkeit schlägt dem jungen Italiener entgegegen und Neid und Missgunst. Antonio flüchtet in eine aufgesetzte Fröhlichkeit, lässt alle Anfeindungen abprallen. Zuhause in Italien wird er ebenso zum Fremden wie in Deutschland. Trotz allen Übervorteilungen und Rückschlägen kämpft sich Antonio und seine Familie im Norden Stufe um Stufe nach oben.

Jan's Einstellung zu Antonio Marzipane wandelt sich, dem schrulligen Italiener gegenüber ensteht Respekt für dessen kompromisslose Lebenskraft.

Fortsetzung: Antonio im Wunderland

Peter Maibach (2010)

Buchinformation

Jan Weiler
Maria, ihm schmeckt's nicht
Taschenbuch, 276 Seiten
Ullstein
ISBN 978-3-548-26985-6