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Glarnerinnen erzählen

foehngeflueseterEine Glarnerin als Ehefrau, da ist es naheliegend, sich in die Lebensgeschichten  der porträtierten Frauen aus dem Bergkanton einzulesen. Es sind zwanzig Leben, die zu erfahren ebenso spannend wie bereichernd ist. Die Autorinnen setzen eher auf leise Töne, hören aus den Erzählungen heraus, in welche Richtung das Leben jeweils zog. Neben aller Vielfältigkeit und Individualität weisen die Kurzbiographien aber auch Gemeinsamkeiten auf.

Die Hartnäckigkeit, aber auch den Mut, immer wieder von vorne anzufangen, wenn das Schicksal es nicht gut meint, kamen mir im Buch "Föhngeflüster" sehr vertraut vor. Sehr angenehm empfand ich, dass die Geschichten aus den unterschiedlichsten Lebensbereichen, Berufen und Altersgruppen die Leserinnen und Leser in eine Bergwelt mitnehmen, die frei ist von schwärmerischen Klischees.

Etwas überrascht hat mich, wie trotz aller Eigenständigkeit und Tatkraft die Meinung der Familie, des Ehemanns oder was "das Dorf" sagen könnte, auch in moderner Zeit ein grosses Gewicht zugestanden wird. Auffallend auch, bei aller Liebe für die heimatlichen Berge, die Bereitschaft, weit zu reisen, andere Länder kennen zu lernen und dann wieder in die enge Dorfwelt zurück zu kehren. Ungewohnte berufliche Kombinationen, etwa Schafhirtin und Barmaid,  runden ein Bild einer tatkräftigen Frauenwelt ab. Auf den 235 Seiten begegnete ich Frauen, die etwas bewirken, die bewegen wollen und können, sei es als Bergbäuerin, Ordensschwester, Theologin, Ärztin oder Wirtin.

Ein Buch, das gut in der Hand liegt und sich angenehmem liest. Danke auch für die leserfreundliche Textgestaltung. Zahlreiche grossformatige Porträtfotografien bringen einem die zwanzig Glarnerinnen noch näher.

Peter Maibach (2008)


Buchinformationen

ISBN 3 85791509 9
Limmat - Verlag, Zürich