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Paul Theroux

Buchcover Therouy ChinaChina - wer spricht heute nicht von China? Das riesige Land erwacht und drängt auf den Weltmarkt. Die einen schauen fasziniert auf die dynamische Entwicklung, anderen scheint das Ganze doch etwas unheimlich.

Da kommt mir der literarische Reisebericht von Paul Theroux gerade recht. 1988 war der amerikanische Reisebuchautor ein Jahr lang mit der Eisenbahn in China unterwegs, kreuz und quer zog er durch das Land.

Fern ab von den "geführten" Reisen begegnet der Autor Menschen und Geschichten. Es ist seine zweite Chinareise und er stellt die Erlebnisse zweier Epochen gegenüber, die den Wandel und die Öffnung Chinas andeuten. Noch ist nicht viel von dem mächtigen Sog der wirtschaftlichen Entwicklung zu spüren. Um so mehr teilen wir Paul Theroux schier unerschöpfliche Neugier für Menschen und ihr Leben in einem Umfeld, das für westliches Empfinden seltsam anmutet. Trocken und mit der nötigen Distanz schildert er die seine Erlebnisse und die wortgewaltigen Berichte seiner chinesischen Mitreisenden.

Neben den lockeren Alltags-Dialogen, die oft überraschende Wendungen nehmen und den interviewartigen, bissigen und provokativen Gesprächen mit Wirtschaftsleuten und Lokalpolitikern, gefallen mir im Buch die Beschreibungen der zahlreichen Zugreisen. Sie sind plastisch und frei von schwärmerischen Floskeln. Beim Leser entsteht der Eindruck, mitzureisen, mit zu frieren und vollständig in die fremde Welt einzutauchen - zwanzig Jahre vor dem aktuellen Chinaboom.

Allgegenwärtig das chinesische Essen, ein Festmahl wird ausführlich beschrieben. Wobei Theroux auf westliche Magen Rücksicht nimmt und es mit einem für ihm typischen "ausser Tischen und Stühlen essen wir alles, was vier Beine hat" gut sein lässt.

Peter Maibach (2008)


Buchinformation

Paul Theroux
Das chinesische Abeneteuer
507 Seiten
Fischer Taschenbuch Verlag
ISBN: 978-3-596-10598-6